Gerne verschönern Mieter die Wände ihrer Wohnung mit leuchtenden Farben. Dies müsse der Vermieter beim Auszug des Mieters nicht hinnehmen, hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 06.11.2013 entschieden (Az.: VIII ZR 416/12). Der BGH legte fest, dass Mieter bunt gestrichene Wände vor der Rückgabe der Wohnung wieder in hellen, neutralen Farben streichen müssten.

Ein Mieter dürfe zwar während der Mietzeit selbst darüber bestimmen, in welcher Farbe die Wände der Wohnung gestrichen würden. Beim Auszug des Mieters müsse der Mieter die Wohnung aber wieder in einer Farbe streichen, „die für möglichst viele Mietinteressenten akzeptabel sei“, so der BGH.

Im vorliegenden Fall hatte der Mieter einer Doppelhaushälfte einzelne weiße Wände in leuchtenden Farben (rot, gelb und blau) gestrichen. Der Vermieter ließ die Wände nach dem Auszug des Mieters für ca. 3500 € in weiß streichen. Der Mieter muss nun für die entstandenen Kosten aufkommen.

Der BGH begründet sein Urteil mit einer Interessenabwägung zwischen Mieter und Vermieter. Eine farbige Wanddekoration würde von vielen potentiellen Mietinteressenten nicht akzeptiert. Die Neuvermietung werde dadurch erschwert bzw. praktisch unmöglich gemacht. Dies könne dem Vermieter nicht zugemutet werden.